Me, myself and I-oder warum Alleinsein gut tut Von Felicitas Dieterle

 

Me, myself and I…so beginnt ein Song einer meiner Lieblingssängerinnen, der amerikanischen Jazz-Legende Billie Holliday-und nichts kann für mich besser ausdrücken, dass Alleinsein und Einsamkeit zwei völlig verschiedene Dinge sind.

Mein schönstes Weihnachtsfest verbrachte ich in Paris-allein. Das war damals, als ich gerade Witwe geworden war. Ich hatte beschlossen, über die Feiertage zu verreisen-ehrlich gesagt, weil ich mir selbst nicht ganz traute. Ich hatte ein wenig Angst davor, was mit mir geschehen könnte.

Am Morgen des 23.12.2014 fuhr ich in aller Frühe mit dem Taxi zum Bahnhof und stieg dann in den TGW nach Paris. Ich schlief im Zug, weil ich die Nacht über aufgeblieben war. Das mache ich immer so, wenn ich sehr früh am Morgen los muss. Als ausgemachte „Nachteule“ ist das so am besten für mich-dann kann ich nicht verschlafen!

3 Stunden später kam ich am Gare del Est in Paris an. Der Bahnhof ist traumhaft schön! Großzügige Halle, viele Läden, schöne Atmosphäre. Ich holte mir erst mal einen Kaffee und etwas zu essen, damit ich wach wurde und bummelte durch die Bahnhofshalle, um mir alles anzusehen. Dann hielt ich Ausschau nach einem Taxi.

Ich sagte dem Fahrer: Mercure Hotel,  20 Rue Jean Rey, s’il vous plaît und er brachte mich dort hin. Ich checkte ein, brachte mein Gepäck aufs Zimmer und ging wieder hinunter in die Halle. Das Foyer war weihnachtlich geschmückt und sah einfach toll aus!

Etwas später traf mein Travel-Guide ein. Ich hatte eine Stadtführung gebucht, um mir ein wenig Orientierung zu verschaffen. Außer mir war noch ein amerikanisches Ehepaar mit dabei.

Wir stiegen ins Auto der Reiseführerin, einer jungen Frau. Sie erzählte uns, dass sie Studentin ist und sich mit Stadtführungen etwas nebenbei verdient. Da fuhren wir nun…ich war aufgeregt. Sie erzählte uns eine Menge über die Geschichte von Paris und seiner Gebäude. Ein ums andere Mal zückte ich meine Kamera, atmete tief ein und dachte „Wow!!!“. Ich sah all die berühmten Plätze, Gebäude und Wahrzeichen der Stadt und konnte irgendwie gar nicht glauben, dass ich dort war! Für mich gibt es nichts Schöneres, als auf Erkundungstour zu sein! Alles ist neu und aufregend, ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinsehen soll und ich fühle mich absolut frei, lebendig, glücklich!

Die Stadtführung dauerte drei Stunden. Ich hatte eine Menge Fotos gemacht. Als wir wieder zum Hotel zurück fuhren, war es bereits Abend und ich überlegte, wohin ich zum Essen gehen könnte. In der Straße, in der mein Hotel war, gab es einige Cafés, die direkt nebeneinander lagen. Eines gefiel mir besonders. Es hieß Café Ribe. Dort ging ich hinein. Es war ein gemütlicher, kleiner Laden mit sehr schönem Ambiente! Ich setze mich an einen der Tische, der Kellner nahm meine Bestellung auf und ich saß einfach da, ließ meine Gedanken fließen und beobachtete die Leute rings um mich: Touristen, Einheimische…viele Familien und junge Leute-wahrscheinlich Studenten. Die Kellner flitzten geschäftig hin und her, hatten jedoch trotzdem noch Zeit, untereinander Witze zu machen und sich gegenseitig aufzuziehen.

Es war einfach schön dort! Irgendwie vergaß ich Raum und Zeit, während ich mich in Betrachtungen und Gedanken verlor…

Es war spät geworden und ich war einer der letzten Gäste. Das Essen war hervorragend gewesen, der Service auch und ich ging glücklich hinüber in mein Hotel und zu Bett.

Am nächsten Morgen wachte ich ausgeruht auf, machte mich zurecht und ging hinunter, um zu frühstücken. Café auch lait und Croissant.

Es schmeckte wunderbar! Die Croissants waren warm, was das Aroma noch unterstützte!

Nach dem Frühstück ging ich dann auf Entdeckungsreise. Durch die gestrige Stadtführung hatte ich mir einen Überblick verschafft und wusste nun, wie ich ins Stadtzentrum komme. So ging ich los. Der Weg führte entlang der Seine an einigen Brücken vorbei. Die Luft war klar und sehr kalt-wie Champagner! Es war herrlich!

Als ich schließlich den Place de la Concorde erreichte, sah ich den wunderschönen Weihnachtsmarkt von Paris! Ich entschied mich, zuerst dorthin zu gehen. All die Lichter, die festliche Stimmung, so viel zu entdecken…Ich werde diesen Augenblick niemals in meinem Leben vergessen-diesen Augenblick, in dem ich erkannte, dass ich niemals in meinem Leben einen schöneren 24.Dezember verbracht hatte!!!

Abends ging ich wieder in „mein“ Café. Es war ein traumhafter Tag! Während der nächsten 6 Tage erkundete ich täglich eine andere Ecke der Stadt, machte viele Fotos, ließ mich von der französischen Confiserie-Kunst verführen und verbrachte einen Abend im berühmten Varieté-Theater Moulin Rouge. Für mich als Tanz-Fan ein echter Leckerbissen. Ich bewunderte die Beweglichkeit der Tänzer und Tänzerinnen und verfolgte gebannt die verschiedenen Choreographien. Es war großartig!

Am Neujahrstag fuhr ich dann wieder nach Hause. Es war das schönste Weihnachten meines Lebens und ich werde mich immer voller Liebe und Dankbarkeit daran erinnern!

Ihr seht also, wie toll es sein kann, Zeit mit sich selbst zu verbringen und ich hoffe und wünsche Euch, dass Ihr auch mal so ein wundervolles Erlebnis habt, wie ich es an Weihnachten 2014 hatte.

 

 

 

 

2 Gedanken zu “Me, myself and I-oder warum Alleinsein gut tut Von Felicitas Dieterle

  1. Verena Sati sagt:

    Liebe Felicitas,

    wir treffen immer wieder im Internet aufeinander und diesmal bin ich an diesem schönen Beitrag von dir hängen geblieben.

    Denn genauso wie du bin ich sehr gerne alleine. Für mich sind die Zeiten dann wie kleine Urlaube. Manchmal brauche ich nur eine Stunde für mich und ich tanke wieder neue Energie.

    Genau wie bei dir ist es ein großer Unterschied ob ich alleine oder einsam bin. Einsam bin ich in meinem Leben auf keinen Fall. Alleine jedoch sehr oft einfach zur Erholung.

    Dein Urlaub in Paris klingt wundervoll und deine Beschreibungen zeigen mir auf interessante Weise diese schöne Stadt.

    Ich bin selbst im März dort mit meinem Mann und hoffe die Stadt genauso kennenzulernen wie du es getan hast.

    Alles Liebe 🙂
    Verena

    Gefällt 1 Person

    1. originallyme15 sagt:

      Liebe Verena, vielen lieben Dank für Deinen schönen Kommentar. Er bedeutet mir einigesl und ich wünsche Dir und Deinem Mann einen wundervollen Aufenthalt in der Stadt der Lichter und der Liebe…Sehr herzlich Felicitas

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