Allgemein

Warum die Diagnose nicht immer Aufschieberitis heißt und wie Du wirklich ins Tun kommst

Kennst Du das auch? Du willst etwas Bestimmtes schon länger tun und „kommst“ einfach nicht dazu?

Vorhaben und Projekte entwickeln sich zum „ewigen To Do“ auf Deiner Liste?  Die meisten Menschen, denen man davon erzählt, würden wahrscheinlich sagen:“ Klar-typischer Fall von Aufschieberitis.“ Wirklich?

Ich habe festgestellt, dass es sehr oft andere Gründe hat, dass wir etwas einfach nicht abgearbeitet bekommen.

 

  • Hast Du überhaupt Platz für diese Aufgabe?

 

Sehr oft machen wir den Fehler, Dinge „so nebenher“  erledigen zu wollen. Neben dem daily business. Das klappt selten. Bei mir ist jede Minute eines jeden Tages verplant und deshalb muss ich bei außerordentichen Aufgaben, wie z.B. der Steuererklärung extra Zeit reservieren, um alle Unterlagen zusammenzustellen und zu verschicken, deshalb hier mein erster Tipp:

Reserviere Dir „deep work time“

Ungestört an einer Sache arbeiten zu können, gibt Dir nicht nur die Möglichkeit, Deine geplante Tagesstruktur einzuhalten, sondern  lässt Dich auch schneller mit der Aufgabe fertig werden.

 

  • Was blockiert mich speziell bei der unerledigten Aufgabe?

Oft ist uns auch nicht klar, was genau uns blockiert. Wenn es kein „eat the frog-job“ ist, dann gibt es ja eigentlich keinen Grund, warum wir eine Aufgabe nicht erledigen können. Warum also fällt uns das so schwer? Meist trifft einer von diesen zwei Gründen auf die Aufgabe zu:

  • Die oben erwähnte reservierte Zeit fehlt uns
  • Wir vergeben bezüglich der Aufgabe eine niedrige Priorität

Das können wir ändern. Aufgaben und Tätigkeiten, die nicht der Tagesdringlichkeit oder einer situativen Dringlichkeit entsprechen, wie z.B. administrative To Do´s ( Steuerunterlagen zusammenstellen, Planungen machen etc.) sollten nicht unter der Überschrift: „Mach ich irgendwann mal“ stehen. Insofern  müssen wir ihnen eine höhere Priorität einräumen. Sie müssen uns wichtig genug sein, dass wir sie erledigen wollen. Was also tun?

Die renommierte Zeitmanagement-Expertin Cordula Nussbaum empfiehlt eine so genannte „reisende To Do-Sammlung“. Dort werden alle Aufgaben notiert, die „auch noch“ erledigt werden müssen und immer, wenn ein Zeitfenster dafür offen steht, dann sucht man sich aus dieser Liste eine Sache heraus, die man abarbeitet. So hat man immer den Überblick über seine Aufgaben und man kann niedriger priorisierte Punkte auf dieser Liste nebenher mit bearbeiten.

Ich persönlich finde das ganz wunderbar und wende diese Methode bei mir erfolgreich an.

Die Managementtrainerin Eva Brandt hat in ihrem ersten Buch zum Thema Zeitmanagement ebenfalls einen sehr interessanten Ansatz, der sich gut mit dem von Cordula Nussbaum kombinieren lässt. Sie analysiert zunächst die Persönlichkeit ihrer Klienten und stellt verschiedene Typen vor, z.B. den „Macher“, der den Stress braucht, alles auf die letzte Minute zu erledigen, weil er es heimlich als Herausforderung für sich betrachtet, Dinge auch noch unter dem größten Druck und den unmöglichsten Bedingungen geschafft zu habe. So verursacht sich der „Macher“ seinen Stress selbst und wenn er sich das bewusst macht, kann er es ändern und z.B. die Steuererklärung nicht in der Nacht vor dem Fristablauf „noch schnell“ erledigen.

Sonderfall „Eat the frog“

Hier ist uns klar, was nicht stimmt: Wir mögen die Aufgabe nicht. Hier helfen diese Ansätze ganz besonders weiter:

 

  • Mache Dir alle Ängste und Glaubenssätze zu dem Thema bewusst, um das es bei Dir geht
  • Schaffe Dir die angenehmsten Rahmenbedingungen und behandle Dich selbst liebevoll und geduldig
  • Führe Dir die „Kosten des Nicht-Handelns“ vor Augen
  • Arbeite mit Belohnungen und
  • Führe eine Heldentaten-Liste

 

Beispiel: Du willst endlich einen Überblick über Deine Finanzen haben und Dir die Dinge so organisieren, dass sie Dir nie wieder Schwierigkeiten bereiten können.

Frage Dich:

  • Warum fällt es mir so schwer, mich mit meinen Finanzangelegenheiten zu beschäftigen?( z.B. ich will das Chaos gar nicht sehen, dann komme ich mir als Versager vor)
  • Welche Ängste stehen für mich damit in Zusammenhang ( z:B. die Angst, festzustellen dass ich nicht genug Geld habe)
  • Welche Glaubenssätze habe ich zum Thema Geld? ( z.B. ich werde sowieso nie reich sein)

 

Angenehme Rahmenbedingungen können z.B. so aussehen:

  • Mach Dir schöne Musik dazu an oder einen thematisch passenden, motivierenden Podcast oder schau dabei Deine Lieblingsserie
  • Werte Dich nicht dafür ab und schimpfe nicht mit Dir, weil Du es bisher vermieden hast, das Thema anzugehen. Wenn mein innerer Kritiker mal wieder meckern will, dann schicke ich sofort meine “innere beste Freundin“ an die Front. Sie entgegnet dann nur: „Auch, wenn ich es bisher nicht geschafft habe, das Thema anzugehen, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin.“ Wenn mit einem Thema große Angst verbunden ist, dann brauchen wir manchmal mehrere Anläufe, bis wir es schaffen.

Die „Kosten des Nicht-Handelns“-wie die Marketing-Coachess Sandra Holze das so schön nennt- aufzulisten, hilft dabei, die Angst davor, was passieren kann, wenn wir uns  unserer Herausforderung nicht stellen, größer werden zu lassen, als die Angst davor, es endlich zu tun. Mir persönlich hat das immer sehr geholfen-gerade bei starker Angst vor einer bestimmten Aufgabe.

Das Finanzthema betreffend kann das z.B. sein:

  • Wenn weiter meine Augen verschließe, dann bekomme ich ernsthafte Probleme
  • dann kann ich meine Träume vergessen
  • dann werde ich mich immer schlechter fühlen etc.

 

Deine Belohnung  ist neben dem tollen Gefühl, Dich einer angstbesetzten Aufgabe gestellt zu haben z.B. ein Kino-oder Konzertbesuch, eine kleine Leckerei oder was immer Du als Belohnung empfindest.

In Deiner Heldentatenliste kannst Du dann notieren, dass Du es geschafft hast, Deine Angst zu überwinden. Das steigert Deine Motivation für zukünftige „eat the frog –jobs“ und es stärkt Dich auch in Zeiten, wo Du ein Selbstbewusstseins-Down hast.

 

Das waren meine Tipps für Dich und nun wünsche ich Dir viel Freude und Erfolg bei Deinem eigenen Zeitmanagement!

 

Herzlich Deine

Felicitas

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